Kartierung

Hochsaison – Kartierungen zwischen Nordsee und Ostsee

Sommer 2026, Hochphase. Die Kartierungssaison läuft auf Hochtouren, und ich bin gerade selten am Schreibtisch.

Die Untersuchungsgebiete 2026 erstrecken sich über weite Teile Norddeutschlands: ein Bogen von der Nordseeküste bis hinauf an die Ostsee. Von Cuxhaven über Stade, durch das Hamburger Umland und Buchholz, weiter hoch in den Kreis Plön. Grünlandflächen, Feuchtwiesen, Grabensysteme, Feldgehölze, Wälder. Überall gilt es, genau hinzuschauen, zu erfassen, zu bewerten.

Biotopkartierungen: Stunden im Grünland

Viele Stunden Grünlandkartierung liegen bereits hinter mir. Früh raus, Stiefel an, und Fläche für Fläche kartieren. Artenreiche Feuchtwiesen, artenarme Flatterbinsenwüsten, feuchte Hochstaudenfluren, Röhrichte: Jede Fläche erzählt ihre Geschichte über Nutzungsintensität, Pflegezustand und ökologisches Potenzial.

Die Ergebnisse fließen in Monitoringberichte und Managementplanungen und bilden die Grundlage für Schutzgebietsplanungen und Ausgleichsmaßnahmen. Feldarbeit, die direkt wirkt.

Biotopkartierung in der Oberalsterniederung
Biotopkartierung in der Oberalsterniederung. Im Bild die Alster kurz nach ihrer Quelle.
Biotopkartierung bei Regen
Gehört dazu: Stunden im Regen, Regenjacke, durchnässte Notizen. Trotzdem jede Fläche.

Fledermauskartierungen: Wochenstubenzeit im Höhepunkt

Parallel zu den Tagseinsätzen laufen die Nachtkartierungen. Wir befinden uns mitten in der Wochenstubenzeit, jener Phase, in der Fledermausweibchen in ihren Sommerquartieren Jungtiere aufziehen. Und gerade jetzt passiert etwas Schönes: Die ersten Jungtiere werden flügge.

Wenn die Jungtiere erstmals eigenständig aus dem Quartier ausfliegen, sind sie zunächst noch etwas unsicher unterwegs. Die nächtlichen Begehungen Ende Juli werden dadurch besonders aufschlussreich: Jungtiere lassen sich im Quartier oft akustisch erkennen, die Artzusammensetzung der Wochenstubenkolonien wird sichtbar, und Quartiere sowie Jagdhabitate lassen sich zuverlässig kartieren.

Wald nahe der Ostseeküste, Kreis Plön
Wald nahe der Ostseeküste, Kreis Plön. Ein typisches Jagdhabitat der Braunen Langohren.
Equipment beim Warten auf den Ausflug
Warten auf den Ausflug. Fund einer Wochenstube mit über 50 Mückenfledermäusen.
Aufhängen von Horchboxen im Untersuchungsgebiet
Horchboxen im Gelände: automatische Dauererfassung von Fledermausrufen über mehrere Nächte.