Fledermaus
Schnupperkurs Fledermäuse: Rückblick auf zwei Wochenenden
Im August durfte ich für die Naturschutz-Akademie der Loki Schmidt Stiftung einen zweiteiligen Schnupperkurs Fledermäuse leiten. Ein Kurs, der mir viel Freude gemacht hat.
Die Gruppe war vielfältig: Teilnehmende mit einer tiefen Faszination für die Tiere saßen neben erfahrenen Biologinnen, die sich methodisch weiterbilden wollten. Genau dieses Spektrum macht das Unterrichten interessant. Ich habe versucht, alle dort abzuholen, wo sie standen.
Erstes Wochenende: Biologie und erste Nacht im Gelände
Der erste Kurstag war der Biologie der Fledermäuse gewidmet. Anatomie, Sinnesleistungen und vor allem die Echoortung bildeten den Schwerpunkt. Wer Fledermäuse im Gelände bestimmen möchte, muss verstehen, wie Rufe entstehen und warum sie sich zwischen den Arten so deutlich unterscheiden.
Am Abend folgte die erste Exkursion, zum Bramfelder See. Ein lauer Sommerabend und von Anfang an einiges los über dem Wasser. Besonders beeindruckend für die Gruppe waren die Wasserfledermäuse, die in dichten Kreisen knapp über der Wasseroberfläche jagten. Jede Person konnte verschiedene Detektoren ausprobieren und erste eigene Aufnahmen machen.
Der zweite Kurstag stand ganz im Zeichen des Fledermausjahres. Winterschlaf, Wochenstube, Balz und Herbstzug wurden besprochen, bevor wir uns der Rufanalyse zuwandten. Mit dem Material vom Bramfelder See ließ sich gut zeigen, wie die akustische Bestimmung in der Praxis aussieht und wo ihre Grenzen liegen.



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Zweites Wochenende: Quartiere, Schutz und Abendsegler
Das zweite Wochenende legte den Schwerpunkt auf Quartiertypen, Gefährdungsursachen und den rechtlichen Rahmen für den Fledermausschutz. Highlight war ein Gastvortrag von Karsten Kock, Geschäftsführer von Hasselfeldt, der eine beeindruckende Auswahl an Fledermauskästen mitgebracht hatte und praxisnah erläuterte, worauf es bei Typ, Einbau und Standortwahl ankommt.
Den Abschluss bildete eine Exkursion an die Berner Au. Zur Balzzeit im Spätsommer lässt sich dort der Große Abendsegler aus seinem Balzquartier hören, und wer einmal die charakteristischen, lauten Balzrufe dieser Art im Ohr hat, vergisst sie nicht mehr. Das war ein besonderer Moment im Kursverlauf. Ich freue mich auf weitere Kurse im kommenden Jahr. Danke an alle Teilnehmenden.